Pressemitteilung: Eröffnung der Malerkapelle am 22. und 23. Mai 2026
Königslutter. Fast zwei Jahre ruhte der Betrieb in der Malerkapelle, weil das denkmalgeschützte Gebäude grundlegend saniert wurde. Jetzt hat der Kunstverein „Förderkreis Malerkapelle am Elm e.V.“ seine Galerie in der alten Friedhofskapelle an der Samuel-Hahnemann-Straße 5 mit einem zweitägigen Fest wieder eröffnet. Viele Königslutteraner feierten mit und wurden auch selbst aktiv.
Die Ausstellung
Die erste Ausstellung nach der Zwangspause, "Flusskörper – Körperwasser", gestalten Anita Marijana Bajic und Jette Held. Sie zeigen Experimentalfotografien zum Thema Wasser. Das außergewöhnliche Projekt setzt sich mit Körperlichkeit, Wasser und natürlichen Kreisläufen auseinander. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Lutter, die durch Königslutter fließt.
Die Künstlerinnen haben sich in den Wald begeben, das Lutter-Wasser an der Quelle getrunken und die Videoarbeiten mit der Wärmebildkamera aufgenommen.
Bild: Christine M. Kaiser
Der Hauptraum wird dominiert von einem Triptychon, die mittlere Fotografie zeigt den Wasserfall der Lutter, rechts und links sind Fotogramme. Das heißt, sie entstanden ohne Kamera: Die beiden Papiere lagen zur Aufnahme direkt in der Lutter und nahmen auf, wie das Wasser um sie umherspülte.
Bild: Christine M. Kaiser
Bild: Christine M. Kaiser
Im folgenden Raum ist die Lutter zu hören: Mittels eines Unterwassermikrophons wurden die Geräusche des Bachs aufgenommen.
Bild: Christine M. Kaiser
Im letzten Raum tritt in einem Triptychon die Lutter, von der die Künstlerinnen getrunken haben, wieder zutage: Drei große Fotogramme zeigen den Abdruck von Füßen und Spuren von Urin. Eben diesen verarbeiteten die Frauen durch Zugabe weiterer Chemikalien so, dass er Fotos entwickeln kann. So wird die Lutter durch sich selbst sichtbar. „Allen Arbeiten ein grundsätzlicher und tiefer Respekt für die Umgebung, die die beiden Künstlerinnen abbilden und abhören, zu entnehmen“, sagt Lino Heissenberg, Vorsitzender des Kunstvereins.
Anita Marijana Bajic und Jette Held sind die ersten Empfängerinnen des von der Malerkapelle ein- und von der AG Kunst der Braunschweigischen Landschaft fortgeführten SPRING-Stipendiums. Es soll jungen und gerade durchstartenden Künstler:innen helfen, erste professionelle Ausstellungserfahrungen zu sammeln. Vorher gab es im Braunschweiger Land kein Nachwuchsstipendium.
Die Ausstellung ist geöffnet bis 7. Juni: Samstag und Sonntag, 15 bis 18 Uhr.
Die Schlüsselübergabe
Bild: Luitgard Heissenberg
Die stimmungsvolle Eröffnung der ersten Ausstellung genossen etwa 40 Mitglieder und Sanierungs-Beteiligte. Lino Heissenberg, Vorsitzender des Förderkreises, begrüßte und dankte den Vertretern des Rates und der federführenden Bauverwaltung sowie dem Architekturbüro Die Planschmiede. Schokoladentafeln als Dankeschön verteilte er außerdem an die vielen Engagierten des Vereins. Für ihn selbst gab es Blumen und Geschenke, weil Lino Heissenberg über Jahre die Geschicke des Vereins allein geführt und ihn am Leben erhalten hat.
Alexander Hoppe, Bürgermeister der Stadt Königslutter, zollte dem Sanierungsteam Respekt und Anerkennung, indem er die einzelnen Gewerke aufzählte: Die Liste vom Auswechseln defekter Dachziegel bis zur Bekämpfung des Hausschwamms war eindrucksvoll. Insgesamt kosteten die Arbeiten 245.000 Euro.
Davon trägt die LEADER-Region Elm-Schunter 125.000 Euro. Sie entwickelt mit EU-Geldern regionale Projekte. Saskia Hoog, 2. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Leader-Region Elm-Schunter, begründete die Förderung: „Das Engagement dieses Vereins kann man gar nicht genug schätzen. Er schafft einen Ort der Begegnung und der Kunst. Dass hier junge Künstler eingeladen werden, ist ein wertvoller Beitrag. So verbinden sich Historie und Moderne.“
Den symbolischen Schlüssel, den Hoppe und Hoog an Heissenberg überreichten, hatte ein ganz junger Nachwuchskünstler gestaltet: der sechsjährige Timofei.
Das Eröffnungsfest
Am ersten bundesweiten „Ehrentag“, den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Jubiläumstag des Grundgesetzes eingeführt hat, feierte der Verein die Wiedereröffnung mit einem großen Fest für alle. Mehrere lokale Vereine wirkten mit und freuten sich über etwa 80 Besucher.
Bild: Luitgard Heissenberg
Der Kinderbuchautor Klaus Walter aus Königslutter musste gleich drei Lesungen aus seinem Märchenbuch „Soli Luna und die bunten Steine“ anbieten, dazu sang und malte er mit Kindern in einer stimmungsvollen Atmosphäre auf kuscheligen Kissen zwischen alten Gräbern und hohen Bäumen.
Bild: Luitgard Heissenberg
Bild: Lino Heissenberg
Die chinesischstämmige Künstlerin Yingmei Duan zeigte kleinen und großen Gästen, wie diese ein Wort, das ihnen wichtig ist, als Kalligrafie schreiben können. Die Teilnehmenden lernten geduldig die richtige Pinselführung – je langsamer sie schrieben, um so besser.
In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Literatur der Braunschweigischen Landschaft erklärte Förderkreis-Vorsitzender Lino Heissenberg, der auch Dozent der Kunsthochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig ist, Autorinnen und Autoren aus der Region in einer offenen Schreibwerkstatt Techniken des kreativen Schreibens über Kunst.
Bild: Luitgard Heissenberg
Zauberhaft war der Stand des FrauenKulturMuseum Königslutter. Gezeigt wurde Handarbeitskunst, die das Museum bewahren möchte. An einer Wäscheleine zwischen Bäumen flatterten Stickereien. Auf einem Tisch und in einem Koffer bestaunten Frauen und Männer alte und moderne Stoffkunst.
Bild: Luitgard Heissenberg
Bild: Lino Heissenberg
Bild: Lino Heissenberg
Beim „Kaffeekränzchen für Demokratie“ boten die „Omas gegen Rechts“ neben einem süßen Büfett Gespräche über ihre Aktivitäten an. Es wurde lebhaft über Politik diskutiert.
Pressemitteilung: Spende einer Küche
Königslutter. Fast zwei Jahre ruhte der Betrieb in der Malerkapelle, weil das denkmalgeschützte Gebäude von der Stadt Königslutter grundlegend saniert wurde. Ende Mai hat der Kunstverein „Förderkreis Malerkapelle am Elm e.V.“ seine Galerie in der alten Friedhofskapelle an der Samuel-Hahnemann-Straße 5 wieder eröffnet.
Dass hier wieder Veranstaltungen stattfinden können, ist auch der Hans und Helga Eckensberger-Stiftung Braunschweig zu verdanken. Diese hat die neue Küche in der Kapelle mit 1000 Euro gefördert. Die alte, vermutlich 30 Jahre alte Küche genügte den aktuellen Sicherheitsstandards nicht mehr. Unser Foto zeigt Karsten Kröger, Leiter des Stiftungsbüros, mit den Förderkreis-Vorsitzenden Lino Heissenberg.
Foto: Verein
Ausschreibung: Experimentalfilmfest "Kisses from the Machine"
Liebe Filmschaffende, zum dritten Jahr in Folge veranstalten wir vom Kunstverein Malerkapelle in Königslutter am Elm unser Mikro-Filmfestival und bitten euch um Einreichungen.Stattfinden wird der Abend erneut in den Kammerlichtspielen Königslutter: am 22. September 2026.
Das Thema dieses Jahr: Kisses from the Machine
„Kisses“ sind intim, körperlich, drücken Zuneigung vielerlei Art aus. „Machines“ hingegen sind programmierbar, automatisch, algorithmisch. Wie fühlt sich der Kuss einer Maschine an? Warum küsst sie? Ist sie darauf programmiert oder geschieht dies aus eigenem Antrieb – und welcher Art ist dieser Antrieb?
Einreichung: Ihr habt ein Filmprojekt in den letzten fünf Jahren geschaffen, das zu dem Thema passt oder seid zu einer gänzlich neuen Arbeit inspiriert worden? Dann schreibt uns bis spätestens 18. August 2026 an kontakt@kunstvereinmalerkapelle.de!
Wir freuen uns auf eure Einreichungen!
Die vollen Einreichvoraussetzungen findet ihr hier.