10. - 19.06.2022
Kyu Nyun Kim & Jiun Roh: No Ghost, Just a Ceiling

Still: Roh & Kim

Vernissage: Freitag, der 12. August 2022, 17 Uhr
Ort: Malerkapelle am Elm, Samuel-Hahnemannstraße 5, 38154 Königslutter
Öffnungszeiten: Fr.-So., 11-17 Uhr

Auch die dritte Ausstellung dieses Jahres wird etwas ganz Besonderes: Der als Gastkurator agierende, in Braunschweig ansässige freie Künstler und Kunstwissenschaftler Jiun Roh (*1978 in Südkorea) und der aus Korea eingereiste Künstler Kyu Nyun Kim (*1985 in Südkorea) haben für die Malerkapelle die Ausstellung „No Ghost, Just a Ceiling“ erarbeitet.
Schon mit dem gesampleten Titel rekurrieren sie auf bekannte Vorbilder aus der Kunstgeschichte (namentlich Duchamp und Huyghe) als auch aus der inzwischen in die Jahre gekommenen Populärkultur des ausgehenden 20. Jahrhunderts – in diesem Fall natürlich Masamune Shirows Kultmanga „Ghost in the Shell“.
Jiun Roh ist ein scharfer Denker, der in scheinbar zusammenhanglosen Datensätzen und Informationslagen Verbindungen ausmachen kann, die, hat er das Publikum erst einmal darauf aufmerksam gemacht, so offensichtlich wirken, dass man sich nur wundern kann, diese Verknüpfung nie selbst aufgespürt zu haben. Rohs Arbeiten erscheinen mitunter wie das aus der Boulevardpresse und Clickbait-Videos bekannte Symbol des roten Kreises um scheinbar unwesentliche Bildelemente, oder die minimalistische Variante des „Room Full of Crazy“: das etablierte Bild des Raumes voll mit Zeitungsartikeln, verbunden durch Bindfäden und Pfeile. Was Roh aber von anderen Künstler*innen, die mit Zitaten, Archiven und Verweisen zu arbeiten pflegen, abhebt, ist sein müheloses Hinwegsetzen über die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur, französischem Avantgarde-Kino und japanischen Cyberpunk-Manga, und Video-, Installations- und Performance-Kunst.
Kyu Nyun Kims Video- und Performance-Kunst verfügt über etwas, was sowohl innerhalb als auch außerhalb des Kunstfeldes ein seltenes Gut ist: Einen offenen, direkten und entwaffnenden Humor. Er setzt sich tiefgründig und intelligent mit seinen Sujets auseinander, probt Bewegungsabläufe, perfektioniert Kamerawinkel, aber der Grund, warum die Arbeiten hängen bleiben, ist, dass seine Arbeiten wie die „Thing and Video“-Reihe oder „The Presentation“ niemals trocken und einstudiert, sondern im Gegenteil von der Situationskomik eines fehlerhaften Universums durchsetzt zu sein scheinen.
Beide Künstler sind Meisterschüler der HBK und weisen bereits eine langjährige Ausstellungspraxis vor. Für ihre Installation in der Malerkapelle haben sich die beiden für einen besonderen Protagonisten in insgesamt fünf Videoarbeiten entschieden: einen Luftballon, der austarieren soll, was es bedeutet, Gleiches und Anderes zu sein, wie und ob einem Gegenstand durch Multiplikation Identität verliehen und Charakter verwehrt werden kann, ob das Subjekt nicht doch nur eine Hülle ist.
Der Ballon ist anwesend.

Wir freuen uns auf Ihren und euren Besuch!

Das Jahr 2022

Das neue Jahr hat für unseren Verein trotz Winterpause turbulent angefangen: Die Kälte ist unserer Wasseruhr nicht gut bekommen und die Stadtwerke mussten sie kurzerhand ausbauen. So kennen wir unsere Kapelle: Sie krümelt so vor sich hin. Um diesem Vorgang Einhalt zu gebieten, sind wir mittlerweile in Kontakt mit der Stadt getreten und haben auch Gespräche mit dem Team der MachBar aufgenommen und wertvolle neue Kontakte geknüpft, um einmal eine Sanierung des Gebäudes anzustreben und uns weiter vor Ort mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

Im Jahr 2022 steht so einiges an, aber dank Omikron müssen wir immer davon ausgehen, dass spontan etwas verschoben, abgesagt, oder neuen Bestimmungen angepasst werden muss. Trotzdem geben wir an dieser Stelle schon einmal eine grobe Übersicht, wie sich das Jahr gestaltet:

Ausschreibung: Zero Attendance

Wir bieten das Kapellengebäude Künstler*innen in Zeiten der Pandemie als Project Space an.
Wir möchten es Kulturschaffenden aus Braunschweig, Königslutter und Umgebung ermöglichen, die namensgebende Malerkapelle kreativ zu nutzen: Als Kurzzeitatelier für traditionelle Künstler*innen, als Ort für Videodrehs, Foto-Sessions und Video-Performances oder als Zero-Attendance-Ausstellungsraum zum Fotografieren oder Archivieren von Arbeiten, die viel Platz benötigen.
Weitere Informationen unter diesem Link: Zero Attendance.

Unser Quarantine-Zine

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie war es dem Verein dieses Jahr nicht möglich, die geplanten Ausstellungen durchzuführen. Stattdessen haben wir uns mit den Künstler*innen, deren Shows wir auf nächste Kalenderjahr verschieben mussten, kurzgeschlossen, um gemeinsam eine kleine, freie Publikation herauszubringen, um die Künstler*innen und ihre Arbeiten vorzustellen. Das Zine kann unter diesem Link angesehen, durchgeblättert und heruntergladen werden. Es ist frei ausdruck- und verteilbar. Eine Aufbauanleitung findet sich auf unserem Instagram-Account oder alternativ auf Facebook.
Die Helmstedter Nachrichten haben dazu berichtet.